Das Gründungssemester 1905
Gründung
in Breslau
Am
14. Dezember 1905 beschloss der Generalkonvent der Unitas eine erneute
Teilung und damit die Gründung der zweiten Tochterverbindung.
Die Mitglieder des Gründungskonventes benannten die Korporation
nach dem indo-iranischen Steppen- und Reitervolk der Alanen, wählten
die Farben hellblau-silber-schwarz und entwarfen den Zirkel. Ihre
Ziele fassten sie in dem Leitspruch "Für Wahrheit und
Recht" zusammen.
Die
Genehmigung durch die akademischen Behörden erfolgte im Januar.
Schon am 7. Juni 1906 wurde Alania auf der 39. Generalversammlung
des KV in Breslau als 49. ordentlicher Verein in den Kartellverband
aufgenommen.
Die
junge Korporation entwickelte sich gut, und die Alanen fassten den
Beschluss, ein eigenes Heim zu schaffen. Bereits im Mai 1908 konnte
in der Nähe der Universität eine Wohnung gemietet, für
Verbindungszwecke umgebaut und eingerichtet werden. Dieses Alanenheim
in der Salzstraße 2/4 wurde für die kommenden Jahrzehnte
der Mittelpunkt des Vereinslebens. 1910 gründete Alania die
Tochterverbindung Zollern an der neu errichteten Technischen Hochschule.
Die Altherrenschaft schloss sich 1912 im Philisterverein Alania
zusammen.
Erster Weltkrieg
und 20er Jahre
Der
Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrach die hoffnungsvolle Entwicklung.
83 BbBb nahmen aktiv am Krieg teil, 7 AHAH und 20 Aktive starben
an der Front. Mit dem WS 1918/19 begann allmählich ein geregeltes
Vereinsleben und die Aktivitas wuchs wieder. Doch schon im Sommer
1919 kam der nächste Rückschlag, als der Wohnungskommissar
wegen allgemeiner Wohnungsnot die Räume des Alanenheims beschlagnahmte.
Allein das Konventzimmer blieb der Aktivitas erhalten, musste aber
alle Möbel aufnehmen. Das Vereinsleben litt natürlich
unter der Enge des Raumes. Hinzu kamen noch wachsende finanzielle
Probleme infolge der Inflation. Mit der Währungsreform 1925
waren diese Schwierigkeiten größtenteils überwunden.
Im Mai 1928 erhielt Alania alle Räume des Heims zurück
und die Aktivitas konnte sich in den folgenden Jahren ungestört
entwickeln. Im Sommer 1930 feierte Alania mit "fast wilhelminischem
Prunk" das 25. Stiftungsfest. In diese Zeit fallen auch die
vielen gemeinsamen Aktivitäten der fünf Breslauer KV-Verbindungen,
die von der Alania mitgestaltet und mitgeprägt wurden: Kommerse,
Bälle und sportliche Wettkämpfe.
30er Jahre und
Auflösung
Mit
der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Anfang 1933
begann auch für Alania eine schwierige Zeit, denn die Maßnahmen
der Gleichschaltung beeinträchtigten immer stärker das
Vereinsleben. Um weiter existieren zu können, schlossen sich
Alania, Franko-Silesia und Zollern am 21.4.1934 zu einem größeren
Verein zusammen, der sich Deutsche Burschenschaftliche Verbindung
(D.B.V.) Alania nannte. Die geforderte Wohnkameradschaft wurde in
der geräumigen Wohnetage der Franko-Silesia eingerichtet, Alania
und Zollern mussten ihre Heime aufgeben.
Das
Verbot der Doppelmitgliedschaft im NS-Studentenbund und in einer
Korporation bedeutete das Ende für alle Verbindungen. Um das
Vermögen vor dem Zugriff der Gestapo zu retten, beschloss die
D.B.V. Alania am 17.5.1936 die Auflösung. Auch der "Bund
ehemaliger Alanen", den die Philister wenig später gründeten,
musste sich im Juni 1938 auflösen, da nun auch Zusammenkünfte
ehemaliger KVer nach der Verordnung "Zum Schutz von Volk und
Staat" verboten waren.
Während
des Zweiten Weltkrieges fielen 61 BbBb oder starben an den Kriegsfolgen.
Die meisten Alanen wurden aus ihrer schlesischen Heimat vertrieben
und in alle Teile Deutschlands verstreut.
Reaktivierung
in Aachen
Die
Reaktivierung der Alania verdanken wir dem 2001 verstorbenen Ehrenvorsitzenden
unseres Altherrenvereins, Alfred Dorn. Nach Gefangenschaft und Vertreibung
kam er 1947 nach Aachen und begann sogleich, die Anschriften ehemaliger
Alanen zu sammeln, um die überlebenden BbBb im Philisterverein
wieder zusammenzuführen. Als er im Juni 1949 an der ersten
VV des KV nach dem Krieg in Würzburg teilnahm, fand er auf
der Festung Marienberg die Fahne der Alania wieder. Von da an stand
für ihn fest, dass die Aktivitas reaktiviert werden musste.
Doch für die Philister Alaniae kam eine Wiederbegründung
in Aachen an der Technische Hochschule zunächst gar nicht in
Frage, denn in Breslau waren die Ingenieurstudenten ja im Tochterverein
Zollern an der dortigen TH korporiert. Als nun im WS 1950/51 die
Gründung einer weiteren KV-Verbindung in Aachen notwendig wurde,
stimmte die Altherrenschaft schließlich dem Vorschlag des
Aachener Ortszirkels "Lakälchen" zu, Alania zu reaktivieren.
Mit der tatkräftigen Unterstützung der Kartellvereine
Carolingia und Wiking, die auch die Gründungschargen stellten,
wurde der K.St.V. Alania am 26.5.1951 feierlich publiziert. Um Verwechslungen
mit einer namensähnlichen Aachener Burschenschaft zu vermeiden,
wurde der Verbindungsname noch im Juni in "Breslauer K.St.V.
Alania in Aachen" geändert. In den folgenden Jahren nahm
die Zahl der Mitglieder stetig zu, und im Juni 1955 konnte Alania
ein glanzvolles 50. Stiftungsfest feiern. Damals lebten noch ca.
40 AHAH in der DDR und in Oberschlesien. Im WS 1976/77 erfolgte
die Umbenennung in "K.St.V. Alania-Breslau zu Aachen im KV".
Eigenes Wohnheim
Schon
bald regte sich in der Aktivitas der Wunsch nach einem eigenen Haus.
Der 1954 von sieben Aktiven gegründete Hausbauverein Alania
konnte schon im Dezember 1959 den Grundstein für das Wohnheim
legen. Bereits ein Jahr später zogen die ersten Studenten ein.
Dieses Haus in der Nähe des Westbahnhofs und verschiedener
Institute der RWTH ist seitdem der Mittelpunkt unseres gesamten
Verbindungslebens.

Im
November 1965 übernahm dann Alania für zwei Jahre den
Vorort im Kartellverband. Die sich anschließende schwierige
Phase der APO-Zeit überstand der Verein unbeschadet, denn dank
der aufgeschlossenen Haltung der Alten Herrn führten die zeitweise
verhärteten Fronten nicht zu einem Auseinanderbrechen von Aktivitas
und Altherrenschaft.
Verbindungsleben
Seit
Ende der 60er Jahre wurden verschiedene Veranstaltungen zu festen
Bestandteilen des Verbindungslebens, wie z.B. das Segelwochenende, die Hüttenwochenenden und Herbsttreffen der Altherrenschaft
oder das "Do-Fass" in der Kellerkneipe des Alanenhauses,
zu dem AHAH als "freiwillige Spender" eingeladen werden.
Besondere
Höhepunkte im Vereinsleben waren stets die runden Stiftungsfeste,
zu denen immer eine größere Anzahl Gäste und AHAH
nach Aachen kamen. Im Jahre 2001 veranstalteten wir gemeinsam mit
den Aachener Kartellvereinen einen Festball aus Anlass der 50. Wiederkehr
der Reaktivierung der Alania. Ein herausragendes Ereignis in der
Vereinsgeschichte war natürlich das 100. Stiftungsfest.
Mit dem Festkommers im Krönungssaal des Aachener Rathauses
und dem Festball im Lenné-Pavillon des Casinos haben wir Pfingsten 2005 die
Gründung unseres Vereins in einem gebührenden Rahmen gefeiert.
übernommen von Günter
Liedtjens (Aln), 20.02.2005 |